Der andere Arthur

Seit „Bright Long River« bin ich ein Fan von Liz Moore‘s Büchern. Daher habe ich Monate auf das Erscheinen der deutschen Übersetzung von »Der andere Arthur« hingefiebert.

Themen wie Verlust, Isolation, Körperlichkeit, zerbrochene Träume sowie Familie und Freundschaft werden hier zu einer emotionalen Geschichte verwoben. Dass Moore facettenreiche Figuren entwerfen kann, hat man spätestens bei »Gott des Waldes« gemerkt – aber auch hier sind es wieder die Figuren, die den Roman auszeichnen: Kel Keller und Arthur Orp. Zwei Außenseiter, deren Leben wohl nicht unterschiedlicher hätte laufen können – doch gibt es den einen oder anderen Strang, der die beiden miteinander verbindet.

Also, was bekommt man hier, außer wirklich starke Figuren? Zum einen zwei Perspektiven, die einen beide abholen und die einen wunderbaren Kontrast zueinander bilden. Einen flüssigen Erzählstil, der einnimmt und durch den man nur so durch die Seiten fliegt. Und definitiv eine Geschichte, die man nicht vergisst.

„Anderen beim Essen zuzusehen, ist für mich die pure Freude. Es ist die einzige Tätigkeit, bei der ich mir verzeihen kann, was aus mir geworden ist. «

Was man nicht bekommt, ist ein Pageturner. Man darf nichts erwarten, dass ähnlich wie »Der Gott des Waldes« ist – aber das wäre ja auch langweilig. Diese Geschichte steht für sich, liest sich flüssig und hätte für mich noch länger gehen dürfen – zu gern hätte ich noch mehr von diesen liebenswerten Figuren gelesen. Ich habe schon die Kritik gelesen, dass es im Mittelteil zäh wurde – für mich war es das Gegenteil: Ich wollte von Seite zu Seite wissen, wie es weitergeht – und das lag in erster Linie an den Entwicklungen der Figuren.

Insgesamt steckt zwischen diesen Buchdeckeln eine einfühlsame Geschichte, die berührt, zum Nachdenken anregt und gut unterhält. Liz Moore erinnert uns mit daran, dass zerbrochene Träume erst der Anfang von etwas viel Größerem sein können.

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