Eine Ikone des Kinos: Die Autobiografie von Anthony Hopkins
Fast alle von uns kennen ihn: Anthony Hopkins. Eine Ikone des Kinos. Figuren wie Hannibal Lecter, Richard Nixon oder Richard Löwenherz haben sich ins unser Filmgedächtnis eingebrannt.
Umso interessanter ist der Blick hinter diese Rollen. Hopkins beschreibt sich selbst als schwieriges und einsames Kind, das weder in der Schule noch im sozialen Umfeld seinen Platz fand. Früh wurde ihm immer wieder gezeigt, dass man wenig von ihm hielt – ein Schuldirektor attestierte ihm mangelndes Interesse und fehlende Begabung. Besonders schmerzhaft war das angespannte Verhältnis zu seinem Vater, der von seinem Sohn anderes erwartet hatte.
Doch Hopkins entwickelte einen beeindruckenden, hartnäckigen Ehrgeiz. Jahrzehnte später zählt er zu den bedeutendsten Schauspielern unserer Zeit. Seine Autobiografie ist jedoch keine Erfolgsgeschichte im klassischen Sinn. Sie beginnt mit einer kleinen Kindheitserinnerung an einem grauen Sonntagmorgen im Jahr 1941 – und genau darin liegt ihre Stärke. Hopkins erzählt detailliert, nachdenklich und mit einer gewissen Klarheit. Dabei nimmt er uns Leser und Leserinnen mit durch alle Phasen seines Lebens: durch eine schwierige Jugend, durch Jahre der Selbstzerstörung und des Alkoholmissbrauchs, durch berufliche Höhenflüge und private Abstürze, bis hin zu einem Lebensabschnitt, der von Akzeptanz geprägt ist. Es gibt keine Abrechnungen, keine Schuldzuweisungen, kein Selbstmitleid – und genau darin liegt meiner Meinung nach die Stärke dieser Autobiografie.
„𝙕𝙪𝙢 𝘼𝙣𝙛𝙖𝙣𝙜 𝙯𝙪𝙧𝙪̈𝙘𝙠𝙯𝙪𝙠𝙚𝙝𝙧𝙚𝙣 – 𝙖𝙡𝙡𝙚𝙨 𝙣𝙤𝙘𝙝 𝙚𝙞𝙣𝙢𝙖𝙡 𝙯𝙪 𝙙𝙪𝙧𝙘𝙝𝙡𝙚𝙗𝙚𝙣 –, 𝙙𝙖𝙨 𝙝𝙖𝙩 𝙢𝙞𝙘𝙝 𝙖𝙪𝙛𝙜𝙚𝙧𝙪̈𝙩𝙩𝙚𝙡𝙩. 𝙅𝙚𝙩𝙯𝙩 𝙬𝙚𝙞ß 𝙞𝙘𝙝 𝙢𝙚𝙞𝙣 𝙂𝙡𝙪̈𝙘𝙠 𝙪𝙣𝙙 𝙙𝙞𝙚 𝙎𝙤𝙢𝙢𝙚𝙧𝙩𝙖𝙜𝙚 𝙢𝙚𝙞𝙣𝙚𝙧 𝙆𝙞𝙣𝙙𝙝𝙚𝙞𝙩 𝙯𝙪 𝙨𝙘𝙝𝙖̈𝙩𝙯𝙚𝙣. 𝙅𝙚𝙩𝙯𝙩, 𝙬𝙤 𝙞𝙘𝙝 𝙖𝙡𝙡𝙚𝙨 𝙯𝙪 𝙋𝙖𝙥𝙞𝙚𝙧 𝙜𝙚𝙗𝙧𝙖𝙘𝙝𝙩 𝙝𝙖𝙗𝙚, 𝙛𝙪̈𝙝𝙡𝙚 𝙞𝙘𝙝 𝙢𝙞𝙘𝙝 𝙛𝙧𝙚𝙞 𝙜𝙚𝙣𝙪𝙜, 𝙙𝙞𝙚 𝙑𝙚𝙧𝙜𝙖𝙣𝙜𝙚𝙣𝙝𝙚𝙞𝙩 𝙯𝙪 𝙫𝙚𝙧𝙜𝙚𝙨𝙨𝙚𝙣 𝙪𝙣𝙙 𝙢𝙞𝙘𝙝 𝙖𝙪𝙛 𝙙𝙖𝙨 𝙜𝙧𝙤ß𝙚 𝙂𝙚𝙝𝙚𝙞𝙢𝙣𝙞𝙨 𝙫𝙤𝙧𝙯𝙪𝙗𝙚𝙧𝙚𝙞𝙩𝙚𝙣.“
Besonders berührend ist seine persönliche Haltung, mit der er auf sein Leben zurückblickt. Aus seinen Erfahrungen formt er interessante Gedanken über das Leben, über Verantwortung, Vergebung und die Unmöglichkeit, die Kontrolle über alles zu behalten. Zurück bleibt das Porträt eines komplizierten, fehlerhaften, aber sehr reflektierten Menschen, von dem man einiges für sich selber mitnehmen kann.
Insgesamt eine eindrucksvolle und interessante Autobiografie. Von mir gibt es eine Empfehlung an alle, die gute Biografien und Autobiografien schätzen – und natürlich Fans von Anthony Hopkins sind.